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Quellennachweis

Die Delfintherapie ist eine umstrittene Therapieform ohne wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis. Sie soll insbesondere Kindern mit mentalen, körperlichen, vor allem aber mit seelischen Behinderungen helfen.

Sie wurde von dem Psychologen und Verhaltensforscher Dr. David E. Nathanson entwickelt. Er leitet die in Amerika durchgeführten Therapieprogramme der Dolphin-Human-Therapy. Auf seiner Website berichtet er allerdings sogar selber, dass die Behandlung mit einem echten Delphin nicht wirksamer ist als die Behandlung mit einem "künstlichen" Roboter-Delphin (Therapeutic Animatronic Dolphin.) Die Grundlage des von Nathanson entwickelten Therapiekonzeptes ist, dass konservative Therapieformen verstärkt werden, indem die Begegnung mit dem Delfin als Belohnung für die Mitarbeit des Patienten und seiner Eltern ausgelegt ist. Die Patienten dürfen erst mit dem Delfin interagieren, wenn sie ihre (aus konservativen Verfahren stammenden) Therapieaufgaben erfüllt haben. Die Wirksamkeit seines Therapiekonzeptes hat Nathanson in eigenen Studien mehrmals belegt. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass keine unabhängigen Studien angefertigt wurden und in den bestehenden Studien die Begegnung mit dem Delfin nicht isoliert betrachtet wurde (Vergleichsgruppe, die am Gesamtkonzept der DHT teilnimmt, nur dass die Delfinbegegnung ersetzt wird).

Sowohl in Amerika als auch in Israel werden auch andere Delfintherapieprogramme angeboten, bei denen die Tiere in abgetrennten Meeresbuchten leben.

Diese Therapie ist mit erheblichen Kosten verbunden und wird in Deutschland innerhalb eines Forschungsprogrammes an der Universität Würzburg angeboten. Die Patienten dürfen dabei zunächst nicht mit ins Becken der Tiere, sondern agieren während der ersten Sitzungen nur vom Beckenrand aus. Am letzten Therapietag dürfen die Kinder, wenn sie wollen, auch in das Becken zu den Delfinen.

In Deutschland bestehen Bedenken seitens des Tierschutzes, da in Aquarien und Delfinarien eine artgerechte Tierhaltung dieser großen Säugetiere nicht gewährleistet werden könne. Ebenso lehnen zahlreiche Biologen, die sich mit Meeressäugern befassen, sowie einige der angesehensten ehemaligen Delfintrainer der Welt die Delfintherapie ab, da sie für Menschen eine Gefahr darstellt und ein irreführendes Bild von Delfinen vermittelt. Innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren wurden in den USA etwa 18 Fälle dokumentiert, bei denen Menschen bei der Begegnung mit Delfinen in Gefangenschaft Knochenbrüche, innere Verletzungen oder schwere Wunden davontrugen.

Die behauptete Wirksamkeit der Delfintherapie wird von einigen Wissenschaftlern bezweifelt : Eine Studie der Universität Würzburg kam 2006 zwar zu dem Resumé: Aufgrund der nachgewiesenen Therapieeffekte bei schwerstbehinderten Kindern im Alter von fünf bis 10. Jahren wird künftig im Tiergarten Nürnberg Delfintherapie angeboten, die von den teilnehmenden Familien selbst zu finanzieren ist. Tatsächlich ergab diese Studie jedoch, dass durch die Therapeuten keinerlei messbare oder dauerhafte "Verbesserungen" festgestellt werden konnten und alle vermeintlichen Effekte nur in der subjektiven Wahrnehmung der Eltern stattfanden .

  1. http://www.hawk-hhg.de/hawk/fk_soziale_arbeit/130635.php
  2. http://www.wdr.de/tv/service/gesundheit/download/2005/0704pdf.pdf (Seite 4)
  3. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,514445,00.html
  4. http://www.daserste.de/wwiewissen/beitrag_dyn~uid,bmzcp84g2d8lf8zn~cm.asp
  5. Breitenbach, E., von Fersen, L., Stumpf, E. & Ebert, H. (2006). Delfintherapie für Kinder mit schwerer Behinderung – Analyse und Erklärung der Wirksamkeit. Würzburg: Bentheim Verlag.
  6. http://www.wdcs-de.org/docs/Delfintherapie.pdf

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Tiergestützte Therapie aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.