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Kritik an Delfinarien

Neben Delfinshows bieten Delfinarien und Wasserparks oft noch weitere Aktivitäten an:

In Delfin-Schwimmprogrammen können Besuchergruppen zu den Delfinen ins Wasser steigen und sie berühren. Das Risiko von Verletzungen oder der Übertragung von Krankheiten ist bei direkten Begegnungen für Mensch und Tier jedoch relativ hoch.

Vor über 25 Jahren entstand in den USA die Idee, dass die Begegnung mit Delfinen eine heilsame Wirkung haben könnte. Seither bieten immer mehr Delfinanlagen Delfintherapien zur Behandlung verschiedener psychischer Erkrankungen und Entwicklungsstörungen an. Die Meinungen über den Nutzen der Delfintherapie gehen stark auseinander. Bis heute gilt die langfristige Wirksamkeit der Delfintherapie als wissenschaftlich weder belegt noch widerlegt.

In Fütter- und Streichelbecken („petting pools“) können Delfine von Besuchern berührt und gefüttert werden. Durch die ständige Konkurrenz untereinander sind die Tiere oftmals aggressiv, dominierende Tiere oft stark übergewichtig und das Risiko gegenseitigen Verletzens groß.

Die Haltung von Delfinen und Orcas in Gefangenschaft ist umstritten. Von Seiten der Tierschützer gibt es reichlich Kritik an Delfinarien. Bemängelt wird die wenig artgerechte Haltung, bedingt durch die Enge und Eintönigkeit des Umfelds, künstlich aufbereitetes Wasser, unnatürliche Gruppenzusammensetzung, das ungewohnte Futter - Delfine meiden normalerweise tote Fische - sowie der Lärm und die dauernde Anwesenheit von Menschen. Diese Dinge setzten die Tiere unter Stress. Der Nürnberger Tiergarten ließ auch von solchen Behauptungen getrieben über 3 Jahre hinweg die Stresshormone seiner Delfine messen. Das Resultat: Keine Anzeichen für Stress. Tierschützer halten die Haltungsbedingungen in Delfinarien dennoch für "stressig" und machen sie für innerartliche Aggressionen, Schwächung des Immunsystems bis hin zu chronischen Krankheiten und Tod verantwortlich. Viele Tiere stünden deshalb auch regelmäßig in medizinischer Behandlung, zum Beispiel wegen Magengeschwüren.

Auch wenn die Tiere nicht in Shows auftreten müssten, könne ein Becken nicht die Vielfalt des Meeres abbilden. So seien die intelligenten Tiere wesentlich anfälliger für Krankheiten und es mangele ihnen an sozialen Kontakten. Auch die Haltung in abgezäunten Meeresarealen, die den Delfinen bessere Lebensbedingungen zu bieten scheinen, sei nicht unproblematisch. Solche Anlagen, verschmutzt und überdüngt durch Ausscheidungen der Delfine, belasteten die umliegenden Gewässer. Da sich die Delfine auch in diesen Meeresbecken nicht wie in Freiheit in tiefere Gewässer zurückziehen könnten, seien sie ungeschützt der Gewalt von Stürmen ausgesetzt und liefen Gefahr, von den Wellen gegen die Absperrungen geschmettert zu werden oder zu ertrinken.

Ebenfalls stark umstritten ist die Herkunft der Delfine. Die Nachzucht in Gefangenschaft sei bisher nicht nachhaltig und ein Zurückgreifen auf Wildfänge deshalb notwendig. Delfinschulen würden in Buchten getrieben, um dort die schönen Exemplare zu separieren und die übrigen zu schlachten. Verwiesen wird bei dieser Thematik in der Regel auf den Wal- und Delfinfang in Japan, der nur deswegen lukrativ sei, weil Zoologische Gärten hohe Summen für schöne Delfine bezahlen würden. Während es nachweislich im gesamten europäischen Raum keine Delfine aus Japan gibt, ist das brutale Vorgehen japanischer Walfänger im speziellen durch Videomaterial belegt. Entkräftet wird die Argumentation der Delfinariengegner durch die Tatsache, dass in Nordamerika 2/3 aller Großen Tümmler bereits Nachzuchten sind. Von Nachhaltigkeit kann insoweit gesprochen werden, dass es dort auch Nachzuchten in dritter Generation gibt. Amerikanische Delfinarien sind - nach eigener Aussage - nicht mehr auf Wildfänge angewiesen. Aber auch in Europa entwickelt sich die noch sehr junge Delfinhaltung weiter. Bereits jeder zweite Große Tümmler in europäischen Delfinarien stammt aus eigener Nachzucht. Die durchschnittliche Lebenserwartung übersteigt mittlerweile die in freier Wildbahn um Jahre.

Dennoch hat die Kritik der Tierschützer in England zur Schließung aller Delfinarien geführt.

Einer der bekanntesten Kritiker ist Rick O’Barry, der ehemalige Delfintrainer der Fernsehserie Flipper. Nachdem ein Delfin in seinen Armen starb, gab er seinen Job als Trainer auf und gründete 1970 die Organisation „Dolphin Project“. Seither setzt er sich gegen die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft ein.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Delfinarium aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.